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13.07.2012

Lesezeit: etwa 1 Minute

Anzahl der Zeitarbeiter in der Pflegebranche steigt um 400 Prozent

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Laut einer Meldung der Bundesagentur für Arbeitnimmt die Zahl der über Zeitarbeit Beschäftigten innerhalb der Gesundheits- und Pflegebranche erschreckende Ausmaße an. Um über 400 % ist die Anzahl der Leiharbeiter zwischen 2005 und 2011 gestiegen. Laut dem Institut für Arbeit und Technik (IAT) aus Gelsenkirchen wird sich dieser Trend auch fortsetzen. Die Personaldecke der Festangestellten ist selbst für den normalen Betrieb meist zu dünn. Leiharbeiter werden so regelmäßig beschäftigt, um überhaupt einen geregelten Arbeitsablauf zu gewährleisten.

Der Lohn der Leiharbeiter liegt auch im Pflegebereich unter der Niedriglohnschwelle von 1.802 Euro brutto. Etwa zwei Drittel der in der Gesundheits- und Pflegebranche beschäftigten Zeitarbeiter erhalten einen Bruttolohn von knapp 1600 Euro monatlich. Zwar gibt es auch seit dem 1.8.2012 einen Mindestlohn von 8,75 Euro im Westen und 7,75 Euro im Osten der Republik, jedoch ist bekannt, dass den Zeitarbeitsfirmen genügend Schlupflöcher zur Verfügung stehen, diesen zu umgehen. So wird beispielsweise über das sogenannte „Stundenkonto” getrickst. Im Arbeitsvertrag zwischen Leiharbeitsfirma und Arbeitnehmer wird zum Beispiel eine 35-Stunden-Woche vereinbart. In dem Einsatzbetrieb wird stattdessen aber 40 Stunden pro Woche gearbeitet. So kommt der Arbeitnehmer jeden Monat auf „reguläre” 20 Überstunden. Diese werden freilich nicht ausbezahlt sondern lediglich auf dem „Stundenkonto” gutgeschrieben. In einsatzfreien Zeiten werden die Stunden dann wieder abgezogen, oder sie verfallen einfach.
 
So kommt es sogar so weit, dass sich Zeitarbeiter in Krankenhäusern einen Nebenverdienst suchen. Ein Patient berichtete, dass ihn der Physiotherapeut in einem bayerischen Krankenhaus Rabattmarken und Kundenkarten seines Zweitarbeitsgebers aufdrängen wollte. Auf die Nachfrage, warum er so was mache äußerte der Krankengymnast, dass sein Lohn von der Zeitarbeitsfirma kaum zum Leben reicht. Durch den Verkauf von Rabattmarken und Kundenkarten über eine Mittlerfirma versucht er sich etwas dazuzuverdienen. Das bei einem solchen Treiben gesundheitliche Aspekte oftmals auf der Strecke bleiben liegt auf der Hand.

Quelle: http://www.freies-netz-sued.net

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