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30.07.2012

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Florian Geyer – Der Rebell und Ritter

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Auch dieses Jahr fanden im Juli die Florian-Geyer Freilichtspiele statt, bei dem Jahr für Jahr dem Publikum eine Neuinszenierung der Stückes „Florian Geyer – Der Rebell“ dargeboten wird. Die Ruine des Geyer Stammschlosses in Giebelstadt bildet in ihrer monumentalen Breite die beeindruckende Kulisse für das aktionsreiche Laienschauspiel. Von den euphorischen Anfängen des Bauernaufstandes bis zum Schlachtengetümmel und blutigem Gemetzel am Ende.

Florian Geyer und der schwarze Haufen
Der Adlige Florian Geyer war bei Ausbruch des Bauernkrieges 1525 als Berater und Verhandlungsführer der Tauberbauern tätig. Neben seiner Hilfe bei der Organisation des Bauernheeres und der Erarbeitung strategischer Grundsätze, stellte Florian Geyer aus seinem Vermögen eine einige hundert Mann starke Kerntruppe im Bauernheer auf, die allgemein als „Schwarzer Haufen“ bekannt wurde. Es gelang ihm als Unterhändler, mehrere kleinere Städte, unter anderem Rothenburg ob der Tauber, für die Sache der Bauern zu gewinnen. Er führte Verhandlungen mit Würzburg und dem Markgrafen Kasimir von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth. Sein Ziel im Kampf gegen das Landesfürstentum war eine auf Bauern- und Bürgertum gegründete Reichsreform, vor allem die Beseitigung der geistlichen und adligen Vorrechte mit dem Evangelium als moralischer Grundlage.

Florian Geyer - Re Rebell - Trailer

Geyer hatte aber immer wieder Probleme, sich bei den radikalisierten Bauern mit seiner gesamtheitlichen Anschauung durchzusetzen und stieß bei den Bauern wegen seiner adeligen Herkunft oft auf Misstrauen. Erst als die Truppen des Schwäbischen Bundes sich gegen die Bauern in Marsch setzten und ihnen erste schwere Niederlagen wie z.B. bei der Marienberg in Würzburg beibrachten, wurde auf Anraten Geyers der Versuch gemacht, einen Frieden unter Vermittlung seines einstigen Lehnsherrn Markgraf Kasimir auszuhandeln. Geyer reiste nach Rothenburg, um die Eskorte Kasimirs zu erwarten. Nach der Niederlage der Bauern in der Entscheidungsschlacht bei Ingolstadt, in Unterfranken und Königshofen wurde der noch auf die Eskorte wartende Geyer vom Stadtrat aus der Stadt Rothenburg ausgewiesen und ritt allein nach Norden. In der Nacht vom 9. Juni auf den 10. Juni 1525 wurde Geyer von zwei Knechten seines Schwagers Wilhelm von Grumbach im Gramschatzer Wald bei Würzburg ausgeraubt und erstochen. Der Verbleib seines Leichnams ist unbekannt.
 
Ein unvergessliches Erlebnis
Auf der mit 800 Sitzplätzen ausgestatten Freilichtbühne führen über 100 Mitwirkende in Form von Musikanten, Reitern, Gauklern, Bauern, Bürgern, Wach- und Weibsleuten in Kostümen der Zeit ein 2 stündiges Schauspiel auf. Mittelalterliche bäuerliche Waffen, Kanonen, Fuhrwerke und Karren sowie der ein oder andere Pyroeffekt kommen selbstverständlich auch zum Einsatz. Das Bemerkenswerte an den Florian-Geyer-Spielen ist die verschworene Spielgemeinschaft, die mit so viel Einsatz und Leidenschaft das Publikum in die Zeit der Bauernkriege zurück versetzt. Sämtliche Schauspiele stammen aus der Gegend um Giebelstadt und treten als Laiendarsteller auf. Dem Besucher beschert das Schauspiel ein unvergessliches Erlebnis und der Regisseur weiß Jahr für Jahr das Publikum aufs Neue zu begeistern.

Florian Geyer - unser Vorbild
Wegen des freiwilligen Verzichts auf ein Leben im Luxus und des selbstlosen Einstehens für seine Überzeugungen sollte Florian Geyer im Gegensatz zu der zweifelhaften Figur des Götz von Berlichingen unser aller Vorbild sein. Florian Geyer kämpfte gegen die Ausbeutung und Unterdrückung des einfachen Mannes. Er kämpfte gegen eine Adelsschicht sowie gegen den Klerus, die sich auf Kosten der Bauern bereicherte und wie im heutigen Kapitalismus einen Kampf gegen das eigene Volk führte.

Übrigens die Nationalsozialisten benannten nach Florian Geyer die 8. SS-Kavalleriedivision der Waffen-SS. In der DDR wurde das Grenzregiment 3 nach ihm benannt.

Lied: Wir sind des Geyers Schwarzer Haufen
Netzseite der Florian-Geyer-Spiele


Quelle: infoportal24.org


 

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