10.05.2011
Lesezeit: etwa 3 Minuten
Denkmalreinigung mit Hilfe der Polizei!
»
Zur Hauptseite wechselnAm Samstag, den 07.05.2011, also einem Tag vor dem 8.Mai, dem sogenannten "Tag der Befreiung", für uns der Tag der Schande, des Grauens und des Verbechens, trafen sich rund 20 junge Aktivisten aus der Vorder- und Südpfalz zum Säubern von 4 Gefallenendenkmälern und anschließendem Gemeinschaftsabend.
Schon am Treffpunkt angekommen bemerkten wir einige neugierige Männer mit "ganz unauffälligen Sonnenbrillen".
Es dauerte nicht lange, bis zwei Einsatzwagen der Polizei mit einer Hundestaffel eintrafen.
Und das alles nur wegen einem gemeinschaftlichen Tag, an dem sich junge Aktivisten zum Reinigen von Denkmälern, Eis essen, Baden und zum Grillen verabredeten?
Leicht übertrieben empfanden wir den Aufmarsch der Polizei, für diese jedoch schienen wir eine so große Gefahr zu sein, daß sie einer Gruppe der jungen Aktivisten durch die halbe Pfalz folgen würden.
Als wir mit 3 Mädel, 2 Jungs und 2 Kindern am Zielort ankamen, immer noch die zivilen Polizisten im Schlepptau, forderten diese uns mehrmals auf, den Wald und somit das Denkmal zu verlassen und drohten gar, uns "abzuräumen", wenn wir dieses Denkmal hier wirklich reinigen werden. Da am Rande des Denkmals eine Familie aus Osteuropa mit ihren Kindern Geburtstag feierte und unseren Bemühungen recht wohlwollend gegenüber stand, schienen die Beamten in Zivil etwas in ihre Tatendrang gehemmt. Wir allerdings begannen mit unserer Arbeit und ließen uns nicht unterkriegen, denn wir wussten, wir sind im Recht. Wohl erstaunt von unserer Standhaftigkeit kam es uns vor, als wüssten die Polizisten selbst nicht was Sie hier machen sollten.
Ihre Einschüchterungsversuche gegenüber den Kameraden funktionierten nicht und so waren Sie gezwungen sich vor Frauen und Kindern nur ihre schwarzen Lederhandschuhe anzuziehen, Besen festzuhalten, zu schimpfen, zu drohen und Verstärkung anzufordern. Diese traf ebenfalls mit einer Hundestaffel ein.
Bewacht von nun rund 10 bewaffneten Polizeibeamten samt Hunden reinigten wir das Denkmal von Glasscherben, Asche, Kohle, Plastik, Zigaretten und anderem Unrat. Im Laufe der Reinigunsaktion, telefonierte einer der Zivilbeamten recht hastig und nach einiger Zeit kam er dann etwas diplomatischer mit der Aussaug auf uns zu, der Bürgermeister verbietet uns als Verwalter des Ehrenmals das Betreten und Säubern dieser Stätte und die Polizei erteilt uns damit einen Platzverweis. Gerade zur rechten Zeit: wir waren nämlich mit unserer Arbeit fertig.
Auf dem Rückweg zu unseren Autos kamen wir noch an einer Waldgaststätte vorbei, wo die im Außenbereich sitzenden Gäste auch nicht schlecht staunten, als 7 junge Deutsche mit Harke und Müllsäcken in den Händen, bewacht von Besen und Eimer tragenden Polizisten, vorbei spazierten und immer wieder Müll vom Boden aufhoben. Zum Abschied fragte einer der Polizisten noch, wo wir nun hinfahren würden. Als wir meinten, daß wir nun zum nächsten Denkmal fahren werden, antwortete er, daß wir dort auch ein Verbot vom Bürgermeister haben. Als wir nun sagten, daß er ja noch gar nicht wisse, in welchen Ort wir fahren würden, entgegnete der Polizist, daß sie dann den Bürgermeister darüber informieren werden, sobald wir dort sind. Wieder einmal ein demokratisches Lehrstück von der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Blockparteien.
Da unsere Aussage vom Reinigen des nächsten Denkmals nur ein Mittel war, den Beamten noch einen langen Nachmittag zu bescheren, verließen wir das Denkmals und fuhren zu einem nahe gelegenen Badesee, wo wir die Abkühlung nach einem stressigen Tag genossen haben. Immer noch im Schlepptau die zivilen Polizisten, welche uns noch rund 30 Minuten beobachteten und dann auch den Weg zurück an ihren Schreibtisch fanden.
Anschließend trafen wir uns alle bei einem in der Nähe wohnenden Kameraden und ließen den Tag beim gemeinschaftlichen Grillen gemütlich ausklingen.
Du willst auch aktiv werden?
Dann melde dich noch heute: ICQ: 636641942
ePost:
rlp@jn-buvo.deJugend voran!
Quelle: JN-Stützpunkt Bad Dürkheim


